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„Der Aufbau einer Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Julia Romantschenko während der Lesung. © Philipp Hester

Borys Romantschenko war eine außergewöhnliche Persönlichkeit. 1926 in der Ukriane geboren, überlebte er den Holocaust und mehrere Konzentrationslager, darunter auch das KZ Buchenwald. Anschließend widmete er sein Leben unter anderem dem Gedenken an diese Menschheitsverbrechen. 2022 kam er während eines russischen Bombenangriffes auf Kiew ums Leben.

Zu Ehren seines Lebenswerks und da sich sein Geburtstag zum 100. Mal jährte, veranstaltete die vhs Weimar gemeinsam mit der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora eine Lesung mit seiner Enkelin Julia Romantschenko. Hierfür kamen rund 35 Personen am 13. April 2026 im mon ami zusammen.

Julia Romantschenko trug dabei in ukrainischer Sprache Textpassagen aus dem Band „Der Aufbau einer Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das Leben des Ukrainers
Boris Romantschenko“, welches von der Gedenkstätte Buchenwald erarbeitet wurde, vor. Dank einer Simultanübersetzung in deutscher Sprache war es den Zuhörerinnen und Zuhörern möglich, die eindringlichen wie erschreckenden Stationen des Borys Romantschenko in den Konzentrationslagern nachzuspüren.

Im Anschluss an die Lesung entwickelte sich eine interessante Diskussion, die noch einmal eindringlich machte wie sehr vergangenes Leid und gegenwärtiges Leid – unter anderem durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine – zusammenhängen. Gerade die Erfahrungen direkt Betroffener lässt noch einmal nachvollziehen, wie grausam menschliches Handeln sein kann.

Unter den Zuhörern befand sich auch der Holocaustüberlebende Andrei Iwanowitsch Moiseenko. Dieser konnte noch einmal die Parallelen zwischen Vergangenheit und Gegenwart aufgreifen und berichten, was es bedeutete, diesen Gefahren ausgesetzt zu sein. Sowohl Julia Romantschenko als auch Andrei Iwanowitsch Moiseenko nutzen die Gelegenheit um noch einmal darauf hinzuweisen, wie wichtig das Gedenken an den Nationalsozialismus ist – gerade in einer Zeit, in der die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen langsam aussterben.

Die Veranstaltung endete schließlich mit einem erfreulichen Anlass: Andrei Iwanowitsch Moiseenko feierte wenige Tage nach der Veranstaltung seinen 100. Geburtstag. Dabei wieß er noch einmal darauf hin, wie wichtig es ihm ist, diesen in Weimar zu begehen. Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch!


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