
Viel wird über den Weg in die Politik gepprochen: welche Hürden es zu nehmen gilt, wieviel Einsatzbereitschaft erforderlich ist und welche Rolle beispielsweise Netzwerke spielen. Wesentlich weniger wird aber darüber gesprochen, was es bedeutet, der Politik den Rücken zu kehren.
Das Erscheinen der Biografie „Zonen der Angest – Über Leben und Leidenschaft in der Politik“ von Michael Roth hat die vhs Weimar zum Anlass genommen gemeinsam mit dem Autor, ehemaligen Staatsminister und Außenpolitker Michael Roth und der ehemaligen Bundesvorsitzenden der Partei „Die.Linke“, Susanne Hennig-Wellsow, über das Thema Abschied aus der Politik zu sprechen. Moderiert wurde der Gesprächsabend, der am 27. März 2026 im mon ami stattfand, von Elmar Otto von der Funke Medien-Gruppe.
In einer gut besuchten Veranstaltung diskutierten und besprachen die beiden Ex-Politiker, welche Herausforderungen sich nach einem Abschied aus der Politk ergeben. Schnell kristallisierte sich heraus, dass der Abschied nach vielen Jahren beiden nicht leicht gefallen ist, dass er aber durchaus auch Chancen mit sich bringt. So äußerte Michael Roth, dass er es zwar gewöhnungsbedürftig, aber durchaus befreiend fand, nicht mehr auf jede getätigte Formulierung detailliert zu achten, da das Medienecho ausbleibt.
Susanne Hennig-Wellsow hingegen gab auch noch einmal Einblick, was es für die Familie bedeutet, im Zentrum der Politik zu stehen und dass die Trennung zwischen privat und beruflich vor allem bezüglich Anfeindungen kaum mehr geachtet wird. Insofern war der Abschied von der Poltik auch eine Erleichterung.
Im Anschluss an die Podiusmdiskussion mit einer lebhaften Debatte äußerten die Besucherinnen und Besucher den Wunsch, häufiger einen Einblick in solche Details prominenter Politkerinnen und Politiker zu erhalten. Wir sehen dies als Auftrag, bald wieder Menschen in Weimar zur politischen Bildung zusammenzubringen.

